Snapchat – das WhatsApp für Fotos?

Die sichere Art Fotos mit Freunden zu Teilen

Die Kommunikation über Fotos ermöglichen und vor allem bequem machen möchte die App Snapchat: Das sowohl für Android als auch iOS erhältliche Tool erlaubt es Ihnen, Bilder über einen kurzen Zeitraum an ausgewählte Empfänger zu versenden – und anschließend versprechen die Betreiber die Löschung der Fotos von den Servern. Auch dieser Social Media-Trend ist jedoch nicht frei von Gefahren.

Anschauen erlaubt – aber nur kurz!

Das große, wichtige Feature, welches Snapchat von anderen Diensten für die Erstellung von Fotos, Bildern, Grafiken und Videos unterscheidet, ist die erwähnte Verweildauer der Inhalte. Konkret läuft ein Bilderaustausch über Snapchat wie folgt ab:

  • Sie erstellen ein beliebiges Bild (oder auch ein kurzes Video), welches Sie anschließend an einen Ihrer Kontakte innerhalb der Snapchat-App versenden.
  • Bevor Sie das Foto tatsächlich abschicken, können Sie eine Dauer von bis zu zehn Sekunden festlegen.
  • Für Ihren festgelegten Zeitraum darf der Empfänger das Foto anschließend anschauen. Danach verschwindet es aus der Snapchat-App und wird auch von den Servern der Betreiber von Snapchat gelöscht.

Dieses Konzept scheint aufzugehen: Im vergangenen Jahr wurden weltweit 700 Millionen Fotos und Videos jeden Tag versendet, inzwischen wird dem Unternehmen ein Marktwert zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar bescheinigt. Ob das stimmt oder nicht, sei dahingestellt, allerdings verdeutlichen die Zahlen sehr anschaulich, dass ein hohes Interesse an Snapchat selbst besteht.

Warum funktioniert Snapchat?

Dieser Frage sind unter anderem Wissenschaftler der Universitäten von Washington und Seattle Pacific im Jahr 2014 nachgegangen. Die erschreckend einfache Antwort lautet, dass fast 80 % der Anwender die App genutzt haben, weil sie einfach Spaß macht. Das häufig in Verbindung mit Snapchat angebrachte Vorurteil, dass die App vor allem für die Verbreitung von sexuellen Inhalten genutzt wird, konnten die Wissenschaftler nicht bestätigen: Nur 1,6 % der Studienteilnehmer nutzen die App demnach für die Übertragung von derartigem Datenmaterial. Dahingegen gaben 59,8 % der Anwender an, ganz einfache Alltagssituationen an Kontakte zu versenden – darunter auch witzige, auf lange Sicht aber möglicherweise peinliche Gesichtsausdrücke. Die Löschung der Inhalte kommt dieser Art der Verwendung natürlich entgegen.

Aber sind die Bilder wirklich „weg“?

Theoretisch halten die Betreiber Wort, so dass Bilder und Videos tatsächlich nach der von Ihnen angegebenen Zeitdauer gelöscht werden. Aber: Jedes moderne Smartphone-Betriebssystem beherrscht eine Screenshot-Funktion. Das heißt, dass die temporär angezeigten Bilder ganz einfach „abfotografiert“ und anschließend natürlich gespeichert werden können – wodurch das Killer-Feature der App elegant umgangen wird. Die vermeintliche Datensicherheit ist also ganz und gar nicht gegeben, so dass Sie sich genau überlegen sollten, welche Art von Bildern Sie versenden (und ob es sich beim Empfänger um eine technisch versierte Person handelt).

Mehr als zehn Sekunden

Übrigens können Sie mit Snapchat inzwischen auch längerfristige Bilder- oder Videogeschichten teilen, welche der Betreiber Stories nennt: Über einen Zeitraum von 24 Stunden können Sie Ihre Geschichten dann automatisch mit ausgewählten (oder allen) Freunden teilen, um beispielsweise bestimmte Ereignisse zu dokumentieren. Anschließend wird aber auch dieses Erlebnis gelöscht. Sollten Sie Snapchat also in angemessener, vorsichtiger Weise nutzen, spricht nicht viel gegen die Installation der (kostenlosen) App – nur Datensicherheit und professionelle Fotos sollten Sie auch von diesem Tool nicht erwarten.



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