Instagram für Fotografen 2 – Mehr als nur Fotofilter

Instragram für Fotografen_2

Wie man bei Instagram über den Rand der Kaffeetasse schaut

Sie haben nun ihr Instagram-Profil erstellt, ihre Kontakte importiert, einige Fotos zum Test hochgeladen, sich mit den Filtern und Schiebereglern vertraut gemacht und Ihnen gefallen die ersten Bilder (per Doppelklick)? Dann sollten Sie sich um ihren Fotostream kümmern, denn der ist auf Instagram alles, was zählt.

Die Kunst des Suchens und Findens

Instragram für Fotografen_2Wie auch Twitter (und bedingt Facebook) funktioniert die Orientierung auf Instagram über Tags, also Stichworte, mit denen Sie ihre Bilder in der Beschreibung versehen. Nicht jedes Wort in der Beschreibung ist ein Tag. Um ein Wort zu markieren, fügen Sie einfach ein Hashtag hinzu (also etwa „#Fluss“ statt „Land“). Aber bedenken Sie, dass Ihnen die Bildbeschreibung reichlich Gelegenheit gibt, zu zeigen, dass Sie soziale Medien kein bisschen verstanden haben. Gerade im deutschsprachigen Raum ist die Überbenutzung von Hashtags eine Krankheit der sozialen Netzwerke, gerade diverse C-Promis posten etwa Dinge wie „#Ich #trinke #einen #Kaffee #mit #meinem #Bruder“. Seien Sie nicht diese Art von Person! Markieren Sie ihre Bilder so, wie es Ihnen relevant erscheint. Das können Orte, Ereignisse, Personen, Situationen, Stimmungen oder etwa Fotografiemethoden sein. Markieren Sie Worte, über die man Ihre Bilder finden soll.

Brauchen Sie Inspirationen für gute und relevante Hashtags, suchen Sie einfach nach Themen, die Sie bewegen und schauen Sie, wie viele (gute) Bilder es dazu gibt. Eine direkte Verlinkung mit ihrem Standort ist bei Instagram genauso möglich wie das automatische Teilen auf Facebook, Twitter, Flickr und tumblr.

Auch die soziale Komponente von Instagram sollten Sie nicht unterschätzen. Wenn jemandem ihre Bilder so sehr gefallen, dass er Sie abonniert, vielleicht gefallen Ihnen auch seine Bilder. Seien Sie aktiv, antworten Sie auf Kommentare – mit dem @“Nutzername“ antworten Sie direkt an ihr Vorredner – und zeigen Sie der Welt, welche Bilder Sie mögen. Nichts ist schlimmer als ein toter Newsfeed und ein stillstehender Account.

Kaffee, Selfies, Katzen

Die Sehnsucht nach dem Analogen und der Kunst der Lomographie, die vor allem anfangs, Instagram zu jener gehypeten Faszination verholfen haben, die die App groß gemacht hat, ist inzwischen nicht mehr das Hauptargument für Instagram.

Sicher lassen die Filter auch Ihr Make Up besser wirken und zeigen die Latte Art des Baristas ihres Vertrauens, aber Instagram lässt sich auch maß- und geschmackvoll einsetzen. Zunächst einmal in der Wahl ihres Motivs. Selbst wenn Sie eine Katze haben, seien Sie sparsam mit Schnappschüssen ihrer Samtpfote. Auch Selfies sind ein schönes Mittel, um etwa zu zeigen, wie viel Ausrüstung Sie um den Hals tragen oder was für einen tollen Arbeitstag Sie hatten. Setzen Sie die Selbstportäts aber spärlich ein, wenn Sie nicht gerade einen Modeblog betreiben. Und ihr Kaffee… trinken Sie ihn, bevor er kalt wird.

Kurzgefasst: Sie stehen mit Instagram im öffentlichen Leben, präsentieren Sie sich so wie Sie wahrgenommen werden möchten. Seien Sie positiv, seien Sie relevant und seien Sie qualitativ hochwertig. Versuchen Sie nicht, mit beliebten Hashtags Klicks und Likes zu fangen, wenn Sie nichts Fotografisches zum Thema beizutragen haben.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Eleganz liegt oft in der Einfachheit. Ja, mit Instagram lassen sich Bilder sehr schön verfremden, aber das kann nun wirklich jeder. Im dezenten Einsatz von Filtern und Effekten liegt die Kunstfertigkeit. Machen Sie einfach schöne Fotos und lassen Sie sich nicht zu sehr davon ablenken, wie einfach sich Filter und Effekte bei Instagram einstellen lassen.

Instagram weiter gedacht

Neben Fotos können bei Instagram auch Videos hochgeladen werden (diese bieten jedoch als Bearbeitungsoptionen nur Filter und Beschneiden). Vor allem für Making Ofs, kurze Kommentare oder Behind the Scenes ist das eine tolle Option. Apps wie Hyperlapse ermöglichen es außerdem, mit wenigen Klicks Zeitrafferaufnahmen herzustellen und sofort via Instagram zu teilen.

Zeigen, was bewegt

Wenn Sie Instagram wirklich benutzen möchten, um sich als Fotograf zu präsentieren, dann halten Sie fest, was in ihrem Leben passiert. Jedes moderne Smartphone hat heute eine Digitalkamera integriert, die vor zwanzig Jahren nahezu unerschwinglich gewesen wäre. Sicher haben Sie keinen Mittelformatsensor in ihrem iPhone, aber das sollte Sie nicht vom Fotografieren abhalten. Licht, Komposition und ein Auge für den richtigen Moment hängen nicht von ihrer Kamera ab. Benutzen Sie ganz einfach die Werkzeuge, die Sie bei sich haben, um ihre Bilder zu teilen und Inspirationen zu sammeln. Und Instagram ist ein Werkzeug, das genau so in ihre Fototasche gehören sollte wie ein Zoomobjektiv.



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